Allgemeines über die Leopardgeckos
Im Lateinischen bezeichnet man den Leopardgecko als Eublepharis macularius, was übersetzt soviel heist wie "Geflecktes Augenlied". Seine Heimat ist der Iran, Afghanistan, Pakistan und die nordwestlichen Gebiete von Indien. In diesen Gebieten bewohnt er die Steppen-, Sand- u. Steinwüsten. Wegen der hohen Tagestemperaturen ist er überwiegend nacht- u. dämmerungsaktiv. Um den Lichteinfall regulieren zu können, verändert er seine Pupillengröße. Nachts, wenn sie auf Beutefang gehen, sind die Pupillen weit geöffnet (kreisförmig). Am Tage hingegen sind ihre Pupillen zu einem vertikelen Schlitz verengt. Die Pupillenveränderung dient hier als Indikator für Konditionierung und Reizklassifikation. Mit einer Größe von ca. 25 cm zählt der Leopardgecko mit zu den gut haltbaren Echsenarten. In Gefangenschaft werden die treuen Geckos sehr zutraulich und können ihren Haltern mit einer Lebensdauer von bis zu 18 Jahren sehr lange Freude bereiten. Jedoch muss man immer wieder darauf aufmerksam machen, das es sich bei diesen interessanten Geckos wirklich um eine nachtaktive Geckoart handelt. Tierfreunde, die ein Kuscheltier für den Tag suchen, sollten Abstand von der Reptilenhaltung nehmen !!!
Haltung Die Haltung der Leopardgeckos ist relativ einfach, wenn man einige wichtige Grundregeln beachtet. Vor dem Erwerb des Terrariums sollte man sich über die Anzahl der gehaltenen Geckos im klaren sein. Ein Pärchen benötigt eine Terrariumgröße von mindestens 80 x 40 x 40 cm. Für ein einzelnes Tier ist die Terrariumlänge von ca. 60 cm ausreichend. Die Höhe des Terrariums ist weniger wichtig als die Grundfläche, da die Tiere überwiegend bodenbewohnend sind. Wichtig: Halten Sie immer nur ein Männchen im Terraruim. Nielmals dürfen sich mehrere Männchen gleichzeitig im Terraruim befinden, da diese untereineinder Revierkämpfe ausführen, die nicht selten mit sehr schweren Verletzungen enden,.....wenn sie überhaupt einmal enden. Mehrere Weibchen in einen Terraruim und auch ein Bock mit mehreren Weibchen ist problemlos. Ich bevorzuge immer eine Gruppe von mind. 2 Weibchen mit einen Bock (1.2), da bei der Pärchenhaltung das Weibchen unter den ständigen Paarungsversuchen des Männchens zu leiden hat und einem furchtbaren Stress ausgesetzt ist. Als Bodensubstrat verwenden Sie bitte nicht zu feinen Sand, da die Leopardgeckos diesen mit der Nahrungsaufnahme leicht mit verschlucken. Wird der Sand anschließend nicht wieder ausgeschieden, kann es zu Darmverstopfungen mit Todesfolge kommen. Verwenden sie ein Sand- Lehm- Gemisch oder auch Spielkastensand, da dieser nicht zu fein ist. Halten Sie eine Ecke des Substrats immer etwas feucht, am besten im Hölenbereich, da eine gewisse Luftfeutigkeit zum Häuten wichtig ist und für die Weibchen zur Eiablage dient. Die Luftfeutgkeit am Tage sollte so um die 40 - 50 % liegen. Nachts etwas höher mit bis zu 70 %. Die Luftfeutigkeit ist sehr wichtig für den Häutungsprozess. Die durchschnittliche Tages- Temeratur muss bei 25 - 30°C liegen. Eine lokale Wärmequelle im Form eines Heizstrahlers ist ebenfalls ein "MUSS". Die Temperatur unter diesem Punkt kann über 40°C betragen. Verwenden sie gegebenenfalls auch ein Heizkabel bzw. eine Heizmatte, die bitte nicht zu heiß werden darf, da die Leopardgeckos sehr grabaktiv sind und sich daran verbrennen können. Als Lichtquelle sollte man spezielle Leuchtstoffröhren verwenden, die das Lichtspektrum der Steppen- und Wüstenregionen abdecken. Besonders eignet sich hierfür die "Repti Glo 8.0 Desert Terraruim Lamp" der Firma EXOTERRA (33% UVA, 8% UVB). Lassen Sie sich bitte nicht von dem Irrglauben beeinflussen, dass die Leos nachtaktiv sind, und die Lichtquelle bzw. die Lichtzusammensetzung unrelevant sei. Dies ist absoluter Irrsinn !!!! Eine hohe UV- Leistung ist wichtig für die Vitamin- D- Umsetzung in den Knochen ! Einige Hölen für die nachtaktiven Tiere sind unerlässlich, was nicht heißen mag, dass die Leos durchaus auch am Tage auf Felsvorsprüngen die Sonnenstrahlen genießen.
Ernährung Genauso entscheidend für die erfolgreiche Haltung der Leopardgeckos ist eine gute und abwechslungsreiche Ernährung. Bieten Sie Ihren Leopardgeckos abwechselnd Heimchen, Steppengrillen, Mehlwürmer und Schaben an. Für adulte Geckos eignen sich auch Heuschrecken und Zoophoba- Würmer. Viele amerikanische Züchter schwören auf eine Ernährung überwiegend mit Mehlwürmern. Auch wenn das sicherlich mit die billigste und geräuschloseste Variante ist, sollte man von einer einseitigen Ernährung Abstand nehmen !!! Trächtige Weibchen nehmen gelegentlich auch gerne mal eine kleine nackte Maus. Einen gut genährten Leopardgecko erkennt man an der fülle seines Schwanzes, da dieser als Fettdepot dient. Leopardgeckos haben eigentlich immer Hunger und nehmen kontinuierlich angebotene Nahrung an ! Sollte dies einmal nicht der Fall sein, ist das kein Grund zur Sorge. Wenn Ihre Tiere allerdings länger als zwei Wochen nicht mehr fressen und der Bauch trotzdem nicht dünner wird, sollte man einen Arzt aufsuchen, da es sein kann, dass sich das Tier eine Darmverstopfung zugezogen hat. Bestäuben Sie die Futtertiere 2- 3 mal die Woche mit einen Calciumpräperat, um die Vitalität und den Knochenaufbau zu gewährleisten. Ebenso eignen sich Vitaminpräperate. Allerdings gilt auch bei den Futterzusätzen, dass Sie unbedingt die Angaben des Herstellers zur Dosierung beachten müssen, da eine Überdosis meist gefährlicher ist als eine Unterdosierung. Besonders trächtige und junge Geckos sind auf eine ausreichende Calciumversorgung angewiesen. Ich stelle meinen Leos immer eine kleine Schale mit Calcium ins Terrarium und verzichte auf eine Bestäubung der Futtertiere (außer in den ersten zwei Monaten nach dem Schlupf !). Dies hat den Vorteil, dass die Leos je nach Bedarf selber das Calcium zu sich nehmen können. Heimchen, die nicht gefressen werden, sollte man wieder aus dem Terrarium entfernen, da diese durch ihren Kot eine unnötige Kaimbelastung darstellen und der Kot nicht selten Krankheiten übertragen kann. Tipp: Füttern Sie die Futtertiere reichlich mit Vitaminen und Kohlehydraten, da diese indirekt den Leos zugeführt werden. Ich füttere alle Futtertiere mit Salat, Mohrrüben, Paprika und Haferflocken. Den Salat bitte vorher gründlich abspülen, da der oft noch Schädlingsbekämpfungsmittel auf den Blättern hat. Am besten ist es, wenn man seine Futtertiere selber züchtet, dann kann man davon ausgehen, dass sie frei von jeglichen Pestiziden sind. Eine Wasserschale ist ebenfalls überlebenswichtig und darf auf gar keinen Fall fehlen!
Winterschlaf Für eine erfolgreiche Haltung und Zucht ist ein Winterschlaf von 3 Monaten zwar kein "Muss", aber kann in keinem Fall schaden. Auch in ihrem natürlichen Habitat schlafen die Leopardgeckos während der kältern Jahreszeit. Wenn man erfogreich züchten will, ist ein Winterschlaf wichtig, da in dieser Zeit die Eizellen reifen, die in der kommenden Zuchtsaison benötigt werden. Das bedeutet nicht, dass ein Weibchen ohne Winterschlaf keine Eier legt, aber die Qualität der Eier ist erheblich besser, wenn man den Weibchen einen Winterschlaf gegönnt hat. In dieser Zeit findet in dem Organismus nur der Grundumsatz statt, d.h. Atmung und Herzschlag. Während dieser Zeit bewegen sich die Leos sehr selten, weshalb sie auch keinen großen Energieumsatz haben. Sie leben in dieser Zeit lediglich von ihren Reserven (Fettpolstern), die sie sich zuvor angefressen haben müssen. In der Zeit bieten sie ihren Leos deshalb auch kein Futter an, da sie es sowieso nicht fressen würden, und jedes nicht verzehrte Futtertier durch seinen Kot unnötige Krankheitskeime in das Terrarium bringt. Eine Wasserschale darf aber nicht fehlen, da sie gelegentlich zum Trinken rauskommen. Während dieser Zeit benötigen die Tiere nicht viel Platz, weshalb man sie auch problemlos in Kleinterrarien von 30 x 30 x 20 cm unterbringen kann. Viele verwenden Schuhkartons, was auch eine mögliche Variante darstellt. Separieren Sie auf jeden Fall die Männchen von den Weibchen während dieser Zeit. Vermeiden sie jeden Sichtkontakt unterschiedlicher Geschlechter. Am besten ist es, wenn man jeden Leopardgecko einzeln unterbringt. Beginnen Sie Mitte November mit dem Absinken der Temperatur und Beleuchtungsdauer. Wichtig ist, dass Sie in kleinen Schritten arbeiten, um eine Verwirrung der Geckos zu vermeiden. In den ersten Wochen reduzieren Sie das Licht um täglich 10 Minuten. Später können sie in größeren Schritten vorgehen. Die Temperatur sollte dann schließlich bei ca. 12°C liegen im tiesten Winter. Temperaturen unter 8°C können lebensbedrohlich werden und sind auf jeden Fall zu vermeiden! Mitte Februar beginnen Sie dann wieder langsam die Temperatur zu erhöhen. Aber auch hier ist es genauso wichtig, dass Sie in kleien Schritten vorgehen !!! Erhöhen Sie die Temperatur täglich nicht mehr als 10 Minuten. Abschließend möchte ich noch kurz erwähnen, dass ein Winterschlaf bei richtiger Vorgehensweise die Vitälität, Fitness, Lebensdauer und bei Weibchen vorallen die Qualität der Jungtiere steigert, jedoch kann es vorkommen, dass auch bei richtiger Vorgehensweise ein Winterschlaf einige Risiken birgt und es durchaus auch einmal vorkommen kann, dass ein Leopardgecko dabei nicht mehr aufwacht. Auch wenn dies wirklich nur sehr selten der Fall ist.
Zucht Nach erfolgreichem Winterschlaf beginnen die Männchen sehr schnell nach der Zusammensetzung mit den Weibchen mit der Paarungsaktivität. Hierbei beißen sie den Weibchen in den Nacken, um sie festzuhalten. Anschließend kommt es zur Korpulation. Ungefähr 3- 4 Wochen nach erfolgreicher Paarung kommt es zur Eiablage des Weibchens. Kurz zuvor verweigert das hochträchtige Weibchen jede Nahrungsaufnahme und beginnt auch am Tage durch das Terrarium zu wandern und gräbt an vielen Stellen des Terrariums. Spätestens jetzt ist es höchste Zeit, eine feuchte Stelle im Terraium einzurichten, da die Eier automatisch an diese Stelle gelegt werden, um nicht auszutrocken. Überführen Sie die beiden Eier möglichst schnell in den Inkubator, der konstante Luftfeuchtigkeit und Temperaturen bietet. Verwenden Sie als Inkubationssubstrat Vermiculite, die es in jedem guten Terraristikladen gibt. Dieses Substrat hat die Eigenschaft, dass es Wasser speichern kann und für eine konstane Luftfeutigkeit sorgt. Sie nehmen die trockene Vermiculite und tränken sie ordentlich mit warmem Wasser. Anschließend drücken Sie das Wasser wieder aus, bis kein Wasser mehr "rauszupressen" ist. Das Wasser- Vermiculite- Verhältnis entnehmen Sie bitte den Herstellerangaben. Hier hat auch jeder Züchter seine eigenen Erfahrungen. Prüfen Sie bitte regelmäßig, ob das Substrat noch feucht genug ist. Falls das nicht der Fall sein sollte, feuchten sie es etwas nach, aber nielmals darf Wasser auf die Eier tropfen, da sonst der Embrio ertrinkt und abstirbt. Achten Sie auch darauf, dass Sie die Eier beim Überführen vom Terrarium in den Inkubator nicht drehen, da sonst der Embrio abstirbt. Markieren sie am besten die Eioberfläche vor dem Überführen mit einem Bleistift ganz vorsichtig ! Lediglich 30 Min. nach dem Legen dürfen die Eier noch gedreht werden. Jedoch sollte man, wenn man sichergehen will, das auch unterlassen. Oft fallen die Eier an einer bestimmten Stelle ein. Dies ist oft ein Zeichen von mangelnder Luftfeutigkeit. Graben Sie das betreffende Ei weiter in die Vermiculite ein oder befeuten Sie die nahe Umgebung des Eies etwas.
Leopardgeckos können ca. alle 4 Wochen jeweils zwei Eier legen und dies bis zu 10 mal im Jahr. Davon kann ich nur abraten, da jeder Legeprozess und die Schwangerschaft einen unheimlichen Stress für die Leopardgeckos bedeuten. Bis zu 5 Gelege im Jahr sind vertretbar. Beachten Sie auch, dass die Leopardgecko- Weibchen während und nach ihrer Schwangerschaft gut genährt und mit Calcium versorgt werden, um Mangelerscheinungen des Tieres und der Jungtiere zu vermeiden.
Die Zeitigungsdauer bis zum Schlupf ist abhängig von der Inkubationstemperatur: Bei 30°C um die 40 Tage, bei 24°C ca. 70 Tage.
Auch das Geschlecht ist temperaturabhängig: Während bei konstant 23°C fast immer Männchen schlüpfen, kommen bei Temperaturen von 26 bis 29°C fast immer Weibchen heraus. Bei 32°C erhält man wieder Männchen. In den Übergangsbereichen findet man statistisch ungefähr gleichmäßig verteilt beide Geschlechter. Weibchen, die bei 30°C inkubatiert wurden, reagieren den Männchen gegenüber oft sehr aggressiv.
Oft kommt es vor, dass die Eier nach wenigen Tagen schon einfallen. Dies ist meist ein Indiz dafür, dass die Eier unbefruchtet waren. Ein befruchtetes Ei erkennt man an einer leicht hellrosanen Keimscheibe an der Eioberfläche. Jedoch werden auch befruchtete Eier manchmal von Pilzen überzogen. Allerdings sind gesunde befruchtete Eier relativ resistent gegen Pilzkeime und Bakterienbefall.
Frisch geschlüpfte Sunglow-Giants
Bei der richtigen Haltung und Ernährung der Leopardgeckos werden Sie lange Freude an den faszinierenden Geckos haben und können sich irgendwann nicht mehr vorstellen, ins Bett zu gehen, ohne zuvor Ihre Geckos wenigstens für 10 Minuten beobachtet zu haben. Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung. Viel Freude und Erfolg wünscht Ihnen
Christian Westerheide
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